23.07.20

Unsere Nachhaltigkeitsreise | Das sind unsere Pläne

Unsere Nachhaltigkeitsreise | Das sind unsere Pläne

Interview mit unserem Chief Sustainability Officer Joris van der Els über Nachhaltigkeit bei bloomon

bloomon geht auf Nachhaltigkeitsreise und nimmt mit: einen Koffer voll großer Pläne. Hinter den Kulissen arbeiten wir schon eine ganze Weile daran, unser Unternehmen nachhaltiger zu gestalten. Aber was genau heißt das eigentlich? Lerne heute unseren Chief Sustainability Officer Joris van der Els kennen und erfahre im Interview mehr über unsere bereits gegangenen und noch zu gehenden Schritte.

Joris, welche Ambitionen hat bloomon in Sachen Nachhaltigkeit?

„Schon bei der Unternehmensgründung spielte Nachhaltigkeit für bloomon eine große Rolle. Wir haben die Lieferkette drastisch gekürzt, sodass wir kaum Blumen wegwerfen müssen und jede Menge CO2 einsparen. Ein guter Start – aber nicht genug. Wir setzen uns für Blumen ein, die sozusagen Mensch und Natur glücklich machen. Wir wollen gesunde, tolle Blumen, die mit weniger Pestiziden aufgezogen werden. Unsere Bouquets sollen 100 % klimaneutral sein und wir wollen die Freude, die sie bringen, mit so vielen Menschen wie möglich teilen. Wir finden es wichtig, dass wir offen und transparent über unsere Erkenntnisse, Entwicklungen und zu meisternde Herausforderungen sprechen. Damit wollen wir die Branche und die Verbraucher inspirieren und in die Lage versetzen, die richtigen Entscheidungen in Sachen Nachhaltigkeit zu treffen. Nur zusammen können wir etwas bewegen.“

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Warum beziehen die Pläne auch die Gesundheit der Menschen ein – und nicht nur Klima- und Naturschutz?

„Nachhaltigkeit schließt ja nicht nur Natur und Umwelt ein; es geht auch darum, wie wir gut zusammen leben können. Da gibt es für uns zwei wichtige Punkte. Erstens sorgen wir für faire Arbeitsbedingungen für alle, die an unseren Produkten beteiligt sind, unsere eigenen Mitarbeiter genauso wie die Gärtnereien und Züchter, die unsere Blumen aufziehen. Gerade diesem Thema wird in der Branche aktuell viel Aufmerksamkeit geschenkt, zum Beispiel durch die Floriculture Sustainability Initiative, die international Akteure der Branche zusammenbringt.
Der zweite Punkt ist, dass wir als Unternehmen auch einen Beitrag zu unserer Gesellschaft leisten können. Gerade als Unternehmen, das Blumen anbietet. Wir wollen nicht nur den Menschen eine Freude machen, die unsere Blumen kaufen; deshalb bringen wir in den Niederlanden zum Beispiel die Bouquets, die nicht ausgeliefert werden können, in eines der Ronald McDonald-Häuser. Während der Corona-Krise haben wir Blumen an Menschen verschenkt, die im Gesundheitswesen tätig sind.
Für uns ist es wichtig, etwas für die Natur und die Menschen zu tun. So versuchen wir, die Welt ein bisschen besser zu machen.“

Wieso muss die Blumenbranche nachhaltiger werden?

„Trotz der vielen Nachhaltigkeits-Initiativen, die in der Blumenbranche gestartet wurden, gibt es immer noch viel zu tun. Wir wollen offen für das sein, was wir lernen können, und dieses Wissen teilen. Dabei kam heraus, dass ein bloomon-Bouquet im Durchschnitt einen Ausstoß von ungefähr 6,7 Kilogramm CO2-Äquivalent hat. Das entspricht etwa einer Autofahrt von 33 Kilometern Länge.* Trotzdem haben wir daran gearbeitet, an verschiedenen Punkten den CO2-Ausstoß zu reduzieren. Einen Teil können wir nicht vermeiden, den gleichen wir proaktiv aus.“

Welche Schritte will bloomon noch in Richtung Nachhaltigkeit gehen?

„Einer unserer Schwerpunkte ist die Reduzierung der eingesetzten Pestizidmenge. Die Erzeuger, mit denen wir zusammenarbeiten, tun bereits viel, um die Menge zu verringern; das ist sehr positiv. Gleichzeitig haben wir uns gefragt: „Was wäre, wenn wir noch einen Schritt weiter gingen? Wenn wir unseren Kunden ein Bouquet komplett in Bio-Qualität anbieten könnten?“
Wir haben den Schritt gewagt und in den Niederlanden und Belgien unser erstes Bio-Bouquet auf den Markt gebracht. Es besteht vollständig aus Bio-Blumen; wir bieten unseren Kunden in Belgien und den Niederlanden damit die Möglichkeit, Blumen zu kaufen, die komplett ohne chemische Pestizide angebaut werden. Sie können sich bewusst für Bio entscheiden und unterstützen mit ihrer Entscheidung auch die Bio-Gärtner, mit denen wir zusammenarbeiten. Wir hoffen, dass unsere Bio-Bouquets auch andere in der Branche dazu ermutigen, auf Bio-Blumen zu setzen oder zumindest den Pestizideinsatz zu hinterfragen.“

Warum stellt bloomon nicht komplett auf Bio um?

„Es gibt einfach noch nicht genug Bio-Blumen. Aktuell können wir maximal 500 Bio-Bouquets pro Woche anbieten, für mehr reichen die Blumen nicht. Von all den Flächen, auf denen in den Niederlanden Blumen angebaut werden, werden gerade einmal 0,1 % für Bio-Blumen verwendet. Und natürlich ist auch die Auswahl bei Bio-Blumen deutlich geringer; viele Pflanzen sind sehr empfindlich und ohne den Einsatz chemischer Pestizide steigt das Risiko großer Ernteausfälle drastisch an. Würden wir ausschließlich auf Bio-Blumen setzen, könnten wir also nicht mehr die Blumenvielfalt liefern, die unsere Kunden so lieben. Gerade deshalb freuen wir uns, dass auch die konventionell arbeitenden Erzeuger ihren Pestizideinsatz reduzieren und durch andere Pflanzenschutzmethoden ergänzen; zum Beispiel indem Fressfeinde der Schädlinge in die Gewächshäuser eingebracht werden.“

Denkst Du, dass in Zukunft alle Bouquets aus ökologischem Anbau stammen werden?

„Wir als Unternehmen streben auf jeden Fall die größtmögliche Reduzierung chemischer Pestizide an. Niemand kann sagen, wie sich die Zukunft entwickeln wird – das betrifft auch die Nachfrage nach Bio-Blumen, die derzeit noch nicht so groß ist wie zum Beispiel bei Lebensmitteln. Und selbst wenn die Nachfrage steigt, sind nicht sofort mehr Bio-Blumen verfügbar; es dauert mindestens drei Jahre, bis ein konventioneller Betrieb komplett auf Bio umgestellt hat.
Viele Blumen, die in den Niederlanden angebaut werden, sind für den Export bestimmt. Andere Länder stellen teils sehr strenge Anforderungen, zum Beispiel was Krankheitserreger oder Insektenvorkommen in den Blumen angeht. Mit ökologischem Anbau sind die Vorgaben nur sehr schwer zu realisieren. Bei Bio-Blumen gibt es noch ein weiteres Problem, dass es bei Obst oder Gemüse nicht gibt: Man erntet ja die ganze Blume, also Blüte mit Stengel und Blättern. Ist ein Blatt unansehnlich, hat das einen ganz anderen Effekt als zum Beispiel ein Blatt mit Blattläusen an einem Apfelbaum, von dem ja nur die Früchte verkauft werden. Die Einstellung der Verbraucher ist hier entscheidend. Wenn mehr Menschen nach Bio-Blumen fragen, wird es zukünftig auch mehr davon geben.“

Wie sehen die Pläne für dieses Jahr aus?

„Seit Juni 2020 sind wir 100 % klimaneutral. Wir haben unsere CO2-Emissionen umfassend analysiert und kompensieren das, was wir nicht einsparen können. Die Kompensation ist eine Art Kompromiss, denn Einsparung wäre natürlich besser. Derzeit sind wir in einem Prozess, in dem wir von all unseren Erzeugern 100-prozentige Transparenz über Zertifikate zu den Blumen und Anbaumethoden fordern. Am Ende dieses Prozesses werden wir wissen, wo noch Verbesserungsbedarf besteht. Auch unsere eigene Transparenz ist für uns in diesem Jahr ein großes Thema. Wir wollen offen darüber sprechen, wo wir aktuell stehen und wo wir noch hin wollen. Auf unserer Nachhaltigkeits-Seite veröffentlichen wir unsere Erkenntnisse und Schritte auf dem Weg zu Blumen, die alle glücklich machen.“

*Quelle: Milieucentraal , 5. August 2020, Update im Januar 2020: 1 Kilometer Fahrt mit einem durchschnittlichen mit Benzin betriebenen PKW erzeugt einen Ausstoß von 0,2 kg CO2-Äquivalent. Ein durchschnittliches bloomon-Bouquet mit einem Ausstoß von 6,7 kg CO2-Äquivalent entspricht damit 33 Kilometern Autofahrt.

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